UMZUG NACH HIDDENSEE

Sobald Menschen an Bord sind, hat das kleine Boot ein Problem: Es läuft voll. Das Loch im Heck ist dann unter Wasser, obwohl es dafür da ist, Wasser ablaufen zu lassen. Nur halt ohne Mitfahrer. Wer es weiß, fährt sogleich los und so flitzen wir über den Bodden; lassen die Inseln Öhe und Rügen hinter uns und steuern Hiddensee an. Reibungsloser könnte ein Umzug nicht ablaufen.

Vitte heißt die eine neue Heimat. Die Wohnung liegt zwischen Hafen und Strand. Etwa 200 Meter sind in die eine und die andere Richtung zu laufen. Es gibt drei Zimmer, Küche, Bad. Und eine Überraschung: Die Wohnung ist noch eine halbe Baustelle. Ein Durchbruch wurde gemacht, Tür und Rahmen fehlen noch, die herausgebrochenen Steine stehen im Büro. Möbel gibt es dort auch. Genauso im Schlafzimmer. Besenrein ist nich'. Gestrichen auch nicht. Und das Badezimmer hat mehr Bauarbeiter gesehen, als Reinigungsmittel. Der Kühlschrank ist kaputt. Die Wasseruhr im Bad hört nicht auf sich zu drehen. Alte Heizkörper, Holzleiter und Besen stehen im Vorraum. Schluck. Das hatten wir uns anders vorgestellt.

 

Aber immerhin: Das Wohnzimmer lässt sich fegen. Der Anhänger mit unseren Möbeln steht vorm Eingang. Alles passt in den einen Raum und beim schwersten Möbelstück kommt der neue hilfsbereite Nachbar wie gerufen. Unzählige Telefonate später ist auch geklärt, wem die Möbel gehören und wohin sie sollen. Die Bauarbeiter vorm Haus helfen, sie aus dem Fenster zu heben. Einfach so. Nach und nach trudeln die Handwerker ein. Und das alles in gerade einmal 48 Stunden. Es läuft.

 

Es läuft sogar ziemlich gut. Handwerker hatte ich nach einem ersten Anruf noch nie so schnell im Haus, samt Problemlösung. Überhaupt war der ganze Umzug ziemlich reibungslos. Von Darmstadt ging es nach Norden. Ein Teil der Möbel wurde dort zwischengelagert, bis ich mit etwas Glück die Deichwohnung in Norddeich mieten kann. Dort werde ich arbeiten. Bis zur Inselwohnung in der Ostsee haben wir insgesamt fast 1.200 Kilometer mit Smart und Umzugswagen zurückgelegt.  Alles lief reibungslos und auch das Verladen unser Habseligkeiten auf den Anhänger, den die Spedition in Schaprode/Rügen zur Insel brachte, klappte einwandfrei.

 

Und trotz noch immer ziemlich schmutziger Fenster: Wenn Pferde und Kutschen am Wohnzimmerfenster vorbeiziehen, dann ist sowieso alles andere irgendwie zweitrangig - und das passiert ziemlich oft am Tag. 


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